VfB Suhl LOTTO Thüringen gewinnt Thüringer Wald Supercup 2026 und holt den ersten Titel der Saison
Vor 2.000 Zuschauer:innen in der HUK-COBURG Arena in Coburg hat sich der VfB Suhl LOTTO Thüringen im Thüringer Wald Supercup 2026 gegen den Dresdner SC mit 3:0 (26:24, 29:27, 25:23) durchgesetzt und sich damit den ersten Titel der Saison 2026/27 gesichert. Im Duell zwischen dem amtierenden Meister und Zoi DVV-Pokalsieger Suhl und dem Vizemeister Dresden entwickelte sich zum Saisonauftakt ein intensives Spiel, dem MVP Hannah Hartmann ihren Stempel aufdrückte. Für Suhl bedeutet der Sieg nicht nur den ersten Supercup-Triumph bei der ersten Teilnahme am Wettbewerb, sondern auch den dritten Titel im Jahr 2026.
Dresden direkt präsent im Block, doch Suhl mit der besseren AbstimmungL
Nachdem beide Trainer sich bei der Neuauflage des Playoff-Finales der Vorsaison im Vorfeld die Favoritenrolle zuschieben, aber nicht annehmen wollten, mussten beide Teams die Antworten auf dem Feld geben. Der Dresdner Neuzugang Lena Kindermann eröffnete mit einem clever gelegten Ball hinter den Block die neue Saison. Fans sahen einen ausgeglichenen Start beider Mannschaften, bei dem Dresden etwas besseren Zugriff im Block hatte (3:3). Zuspielerin Sarah Straube setzte ihre Nationalmannschaftskollegin Mette Pfeffer auf Mitte effizient in Szene und brachte den DSC mit 6:8 leicht in Führung. Auf Suhler Seite überzeugte direkt in Folge Hannah Hartmann von der Aufschlaglinie und stellte mit einem Ass den Gleichstand her (10:10), auf den Alex Waibl mit seinem ersten Time-Out reagierte. Suhl konnte nun besser mit dem Dresdner Block umgehen und Diagonalangreiferin Hartmann brachte ihre Angriffe immer wieder auf der Linie unter (16:14). Die Ex-Suhlerin Mackenzie Foley zeigte sich wieder als Spielerin für die schwierigen Situationen und brachte den DSC zurück auf Augenhöhe (16:16). Erneut platzierte jedoch Hartmann den Ball in der Feldecke, zwang Dresden zur zweiten Auszeit und zur Umstellung in der Blockpositionierung. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, aus dem nach einer Challenge-Entscheidung der VfB mit leichten Vorteilen in die Crunchtime (22:18) überging. Immer wieder zeigte sich auch hier, dass die Abstimmung zwischen Zuspiel und Angriff bei Suhl besser funktionierte. Dresden machte das Spiel noch einmal knapp, aber die Mannschaft von László Hollósy sicherte sich mit einem Ass den ersten Satz der Saison (26:24).
Ein vermeintlich sicherer Vorsprung und ein starkes Comeback
Den Beginn in Durchgang zwei prägte Hannah Hartmann erneut mit druckvollem Aufschlag und brachte ihr Team mit 4:2 in Front. Die Nationalspielerinnen Kindermann und Pfeffer brachten Dresden zuerst mit einem Blockpunkt und dann mit einem Ass wieder auf Augenhöhe (4:5). Die Fans sahen jetzt viel Feldabwehr auf beiden Seiten. Mackenzie Foley nutzte einen Overpass gnadenlos und plötzlich lagen die Dresdnerinnen 7:9 in Front. Zwei Angriffsfehler von Suhls Lucia Herdova ließen den Vorsprung anwachsen (8:12) und László Hollósy reagierte mit seiner ersten Auszeit. Doch der Suhler Chefcoach musste mitansehen, wie sein Team aufgrund von Unsicherheiten in der Annahme und fehlender Konsequenz im Angriff weiter das Nachsehen hatte und griff bei 11:17 zum nächsten Time-Out. Die neu eingewechselte Digonalangreiferin Nina Dreisigova brachte frischen Wind auf Suhler Seite und verkürzte mit zwei variablen Angriffslösungen auf 15:18. Eine Auszeit von Alex Waibl verfehlte ihre Wirkung - bei 17:18 war das Suhler Comeback gelungen und das Spiel wieder völlig offen. Lucia Herdova besorgte dann mit einem kraftvollen diagonalen Angriff über Außen für den Ausgleich (21:21). Auf der Gegenseite erarbeitete Foley jedoch aus einer erneut herausfordernden Situation den Satzball. Doch wie in einem Spiegelbild von Durchgang eins ging auch der zweite Satz noch einmal in die Verlängerung – und nach fünf ungenutzten Dresdner Satzbällen hatte Suhl das bessere Momentum und Außenangreiferin Lucia Herdova besiegelte den zweiten Suhler Satzgewinn mit 29:27.
Suhl übernimmt die Hoheit am Netz und das Momentum
Den sicher geglaubten, aber noch verlorenen zweiten Satz konnte Dresden jedoch mental abschütteln und egalisierte nach Führung des VfB im dritten Durchgang bei 5:5. Einfache und konsequente Side-Outs auf beiden Seiten dominierten nun die Partie. Das gute Zusammenspiel von Sarah Straube und Mette Pfeffer brachte den DSC mit 8:11 in Führung und László Hollósy zog die Auszeit. Mit Erfolg: Der VfB fand mit zwei direkt Blockpunkten hintereinander den Anschluss wieder und Hannah Hartmann gestaltet den Satz mit einem Ass zum 13:13 wieder völlig offen. Immer wieder setzte Suhls Zuspielerin Lara Nagels mit variabler Spielgestaltung ihre Angreiferinnen in Szene – auch Svea Naujack übernahm dadurch erfolgreich immer mehr Verantwortung. Mit einem Aufschlag auf die Linie brachte sie die Thüringerinnen mit 18:15 auf die Siegerstraße. Dresden hingegen bekam die druckvollen Aufschläge Suhls nicht in den Griff und offenbarte immer wieder kleinere Annahmeschwächen. Der VfB wurde nun auch von den anwesenden Fans lautstark getragen, war in den entscheidenden Momenten sicherer und selbstbewusster und bog mit 22:18 auf die Siegerstraße ein. Die folgende Comebackphase Dresdens unterbrach die starke Hannah Hartmann mit einem harten Angriff zum 24:21-Matchball. Einen Dresdner Overpass nutzte Emma Boyd kompromisslos und machte den Double-Sieger VfB Suhl LOTTO Thüringen zum Gewinner des Thüringer Wald Supercup 2026 (25:23).
MVP des Spiels wurde Diagonalangreiferin Hannah Hartmann, die 14 Punkte zum Sieg beisteuerte und den Dresdner Annahmeriegel mit ihren Aufschlägen durchweg vor Probleme stellte. Entsprechend glücklich war die Leistungsträgerin des VfB Suhl LOTTO Thüringen unmittelbar nach dem Titelgewinn: „Es macht Spaß, mit der Mannschaft diesen Erfolg zu feiern und zu sehen, was wir jetzt schon können“, so Hartmann. Der 3:0-Erfolg sei möglich geworden „weil jeder alles reingegeben hat und weil wir mit voller Emotion drin waren. Weil einfach vieles schon gepasst hat und jeder seinen Anteil geleistet hat.“
Auch Trainer László Hollósy sieht den Grund für den Triumph beim leidenschaftlichen Einsatz seines Teams. „Ich bin sehr stolz auf das Team, weil die Frauen heute gezeigt haben, dass wirklich nichts unmöglich ist, wenn man hart arbeitet. Auch wenn wir in schwierigen Situationen waren und wir Doppelwechsel vornahmen, konnte ich mich auf alle Spielerinnen verlassen. Es war eine großartige Mannschaftsleistung, besonders gegen Dresden.“
Sein Gegenüber, Dresdens Coach Alexander Waibl, sah vor allem im zweiten Durchgang den Knackpunkt. „Es war ein schwieriges Spiel für uns. Wir sind ganz gut reingekommen, aber hatten im ersten Satz fünf, sechs extrem knappe Situationen gegen uns. Im Endeffekt verlieren wir das Spiel im zweiten Satz. Wir sind relativ klar in Führung, haben dann aber Probleme, wenn die Annahme nicht da ist, etwas Produktives hinzubekommen. Suhl hat wie immer sehr gut Block-Feld-Abwehr gespielt und das Momentum haben sie dann in den dritten Satz mit reingenommen.“
Für Zuspielerin Sarah Straube waren in der frühen Phase der Saison noch mehrere Abstimmungsprobleme spürbar. „Wenn man auf den Spielstand guckt, ist ein 3:0 sehr klar – aber alle Sätze endeten mit nur zwei Punkten Unterschied. Man hat gesehen, dass die Abstimmung, auch zwischen Zuspiel und Angriff noch fehlt. Ich denke, das war ausschlaggebend.“
Nach dem Spiel ehrten Thomas Dörr, Referent Marketing DEKRA Deutschland, und VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema die Unparteiischen. Die Thüringer Justizministerin Beate Meißner und David Möller, Staatssekretär für Sport und Ehrenamt in Thüringen, übereichten dann den Spielerinnen des VfB Suhl LOTTO Thüringen die Goldmedaillen. Ralf Weber, Geschäftsführer der Mantos GmbH, ehrte im Anschluss die MVP des Spiels, Hannah Hartmann. Unter großem Jubel nahm zum krönenden Abschluss VfB-Kapitänin Roosa Laakkonen die Supercup-Trophäe aus den Händen von Thüringens Innenminister Georg Maier entgegen.