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Wie liest man eine Statistik ?
Die Statistik eines Volleyballspieles ist ausgesprochen interessant, weil sie weit mehr verrät als das reine Spielergebnis. Sie zeigt beispielsweise, wie erfolgreich einzelne Spielerinnen waren, wie gut die Annahme funktionierte, wie wirkungsvoll die Angriffe waren und in welchen Spielsituationen eine Mannschaft besonders viele Punkte verlor.
Erklärung einer Statistik Schritt für Schritt am Beispiel des Punkstspiels zwischen den Dredner SC und dem VfB Suhl. Es werden die konkrete Zahlen aus dem Spiel verwendet. So kannst du zukünftig solche Statistiken selbst lesen.
1. Das Spielergebnis – die Grundlage
Dresdner SC – VfB Suhl LOTTO Thüringen 3:0
|
Satz |
Dresdner SC |
VfB Suhl |
|
'1. Satz |
27 |
25 |
|
'2. Satz |
25 |
17 |
|
'3. Satz |
25 |
17 |
|
Gesamt |
77 |
59 |
Bereits hier erkennen wir einen wichtigen Unterschied zwischen den Mannschaften.
Im ersten Satz war Suhl absolut konkurrenzfähig. Dresden musste bis in die Verlängerung kämpfen, um den Satz mit 27:25 zu gewinnen.
In den folgenden beiden Sätzen veränderten sich die Kräfteverhältnisse deutlich. Dresden gewann jeweils mit acht Punkten Vorsprung.
Die erste Erkenntnis: Während Suhl im ersten Satz noch auf Augenhöhe spielte, konnte Dresden anschließend seine Überlegenheit deutlicher zur Geltung bringen.
2. Die wichtigsten Abkürzungen verstehen
In der Statistik findest du mehrere Spalten mit Abkürzungen.
Besonders wichtig sind die Begriffe Kill-Prozentsatz, Angriffseffizienz und Sideout. Diese drei Werte helfen dir, die tat-sächliche Qualität einer Mannschaft einzuschätzen.
3. Die Angriffswerte – wie erfolgreich war Suhl?
Schauen wir uns die Gesamtstatistik an.
Was bedeutet das? Zunächst fällt etwas Überraschendes auf. Beide Mannschaften erreichten einen Kill-Prozentsatz von 43 Prozent. Das bedeutet: Von 100 Angriffen führten rechnerisch etwa 43 unmittelbar zu einem Punkt. Die Dresdnerinnen waren im Angriff also keineswegs wesentlich erfolgreicher als Suhl.
Allerdings unterscheiden sich die Angriffseffizienzen. Die Berechnung lautet:
Angriffseffizienz = (Angriffspunkte − Angriffsfehler − geblockte Angriffe) ÷ Angriffsversuche × 100
Für Suhl: (37 − 7 − 7) ÷ 86 × 100 = 26,7 % Für Dresden: (40 − 6 − 6) ÷ 93 × 100 = 30,1 %
Einschätzung:
Der Unterschied im Angriff war insgesamt relativ gering. Die deutliche Niederlage lässt sich deshalb nicht allein durch eine schwache Angriffsleistung erklären. Wir müssen andere Bereiche betrachten.
4. Die Annahme – hier zeigt sich ein entscheidender Unterschied
Die Annahme ist die Grundlage für einen erfolgreichen Spielaufbau. Je präziser eine Spielerin den gegnerischen Aufschlag annimmt, desto mehr Möglichkeiten hat die Zuspielerin, ihre Angreiferinnen einzusetzen. Die Statistik unterscheidet zwischen positiven Annahmen und der Annahmeeffizienz.
|
Kennzahl |
Dresdner SC |
VfB Suhl |
|
Annahmen |
58 |
69 |
|
Annahmefehler |
3 |
17 |
|
Positve Annahmen |
38% |
29% |
|
Annahmeeffizenz |
22% |
-4% |
Hier erkennen wir einen erheblichen Unterschied.
Dresden beging lediglich drei Annahmefehler. Suhl dagegen 17!
Das ist ein auffälliger Wert. Jeder direkte Annahmefehler bedeutet einen Punkt für die gegnerische Mannschaft. Besonders interessant ist die negative Annahmeeffizienz von Suhl.
Sie bedeutet nicht, dass Suhl überhaupt keine guten Annahmen hatte. Vielmehr waren die negativen Aktionen im Verhältnis zu den positiv bewerteten Aktionen so zahlreich, dass die rechnerische Effizienz unter null fiel.
Das ist eine wichtige Erkenntnis:
Die Schwierigkeiten in der Annahme waren ein wesentlicher Grund dafür, dass Suhl den eigenen Spielaufbau nicht so variabel und wirkungsvoll gestalten konnte wie Dresden.
5. Die Aufschläge – Dresden setzte Suhl unter Druck
Auch beim Aufschlag zeigen sich deutliche Unterschiede.